Mit Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit und Entsetzen endete die Partie aus Schorbuser Sicht gegen Rot-Weiß Merzdorf. Nachdem in den ersten drei Spielen der Rückrunde nur ein Pünktchen eingesammelt werden konnte, sollte gegen den Tabellenletzten, welcher bis dato lediglich vier Saisonzähler auf dem Konto verbuchte, endlich der erste Sieg nach der Winterpause her. Ähnlich gestaltete sich die Ausgangssituation auch in der Hinrunde. Damals sammelte Schorbus durch einen 4:0-Auswärtserfolg in Merzdorf erstmals drei Zähler in der Saison ein.
Erneut stand Trainer Lucas Kühnel ein breiter Kader zur Verfügung. Es fehlten jedoch Christian Fischer, Jonas Jakubenko, René Böhme und Christian Tischer, wodurch erneut insbesondere in der anfälligen Defensive rotiert werden musste.
Dabei begann die Schorbuser Mannschaft die Partie eigentlich recht ordentlich. Bei den beiden Angriffen in der ersten sowie dritten Minute wurde Jasem Abod aber wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. In der achten Minute kamen die Gäste nach einem Schorbuser Ballverlust zur ersten Gelegenheit. Dabei klärte Danilo Koall in höchster Not zum Einwurf. Nach einer guten Viertelstunde hatte Schorbus die bis dato beste Möglichkeit über Marcel Kuba, welcher nicht selbst abschloss, sondern uneigennützig auf seinen Teamkollegen passte. Dieser konnte den Angriff jedoch nicht erfolgreich abschließen. Insgesamt gestaltete sich die Partie mit ganz viel Ballbesitz für Schorbus, doch so wirklich zwingend wurde es eher selten. Ab Mitte der ersten Halbzeit kippte das Spiel. Merzdorf wurde immer mutiger und vergab in der 25. Minute die Riesengelegenheit um in Führung zu gehen. Eine Eingabe von der Mittellinie brachten sie hoch in den Schorbuser Strafraum hinein. Die Schorbuser Defensive verschätzte sich und so kam Rot-Weiß frei zum Abschluss. Der Ball landete aber über dem Tor. Drei Minuten später stellten die Gäste das 1:0 her. Nach einem Schorbuser Handspiel auf der rechten Seite gab es Freistoß für Merzdorf. Erneut wurde der Ball in den Strafraum geflankt. Den Abschluss hatte der Schorbuser Schlussmann eigentlich schon sicher gehalten, doch trudelte der Ball doch noch über die Linie. Bis zur Pause sollte Schorbus nicht mehr in die Partie zurückfinden. So hatten dann die Gäste noch eine gute Chance aufzuweisen. Den Kopfball wehrte Michael Jenzewski aber sehr gut ab. Mit der knappen, aber nicht unverdienten Führung für Merzdorf ging es in die Pause.
Die Partie war kaum angepfiffen und schon stand es 2:0 für Merzdorf. Erneut sah die Schorbuser Abwehr dabei nicht gut aus. Aber Schorbus konnte nur wenige Minuten später den Anschlusstreffer erzielen. Jasem Abod wurde auf der rechten Seite zu Fall gebracht. Den anschließenden Freistoß brachte Kapitän Nico Bartelt in den Strafraum hinein und der eingewechselte Matthias Geppert verkürzte per Kopf auf 1:2. Direkt danach bot sich den Blau-Weißen die nächste gute Möglichkeit. Nach Ecke von Nico Bartelt schoss Niklas Rädel an das Außennetz. Der Anschlusstreffer und die vergebene Möglichkeit läuteten jedoch nicht die erhoffte Wende ein. Stattdessen zeigte sich Merzdorf effektiv und stellte in der 58. Minute nach einem gut ausgeführten Konter den alten zwei Tore Vorsprung wieder her. Dies war die Vorentscheidung in der Partie. Die Gäste verwalteten das Ergebnis, während Schorbus einfallslos agierte. Den Schlusspunkt setzte Merzdorf schließlich in der 85. Minute, als sie wiederum einen Konter zum vierten Treffer nutzten.
Am Ende gewann die Mannschaft aus Merzdorf verdient die Partie in Schorbus – nicht weil sie spielerisch überzeugte, sondern an diesem Tag das Fußballherz am richtigen Platz trug und damit durch Einsatz und Willen erfolgreich die drei Punkte mit nach Hause nahm.
Bei Schorbus sollte man die osterfreien Tage nutzen, um die Einstellung spätestens jetzt endlich kritisch zu hinterfragen. Doch auch von außen sollten einige überlegen, ob es richtig ist, ausgerechnet jetzt durch überflüssige und unüberlegte Äußerungen für weitere unnötige Unruhe zu sorgen. Dass die Mannschaft Fußball spielen kann, hat sie in der Vergangenheit bewiesen und das wird sie auch in Zukunft wieder.
Die nächste Partie von #BlauWeissIstHeiss findet am Sonntag, dem 16. April 2023, statt. Anstoß beim Auswärtsspiel gegen die SG Frischauf Briesen/Dissen ist um 15 Uhr.
Für die Blau-Weißen kämpften: Michael Jenzewski – Niklas Rädel, Stephan Besenhard, Danilo Koall, Willi Wagner – Philipp Budach (ab der 32. Minute Matthias Geppert), Nico Fechner (ab der 81. Minute Rafael Duske), Marcel Kuba (ab der 60. Minute Marvin Schnabel), Nico Bartelt (SF) – Jasem Abod, Leon Wedler (ab der 83. Minute Justin Kuba) und der Trainer Lucas Kühnel
Schiedsrichter: René Reiter
Zuschauer: 70